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Wer hätte gedacht, dass unter dem Namen Jethro Tull nochmals ein Studioalbum erscheint. Mit The Zealot Gene veröffentlicht Ian Anderson am 28. Januar unter seinem Bandpseudonym sein 22. Studioalbum seit 1968.
Auch die Fertigstellung des Albums war geprägt von den Schwierigkeiten, die wir alle seit fast zwei Jahren ertragen müssen. Umso erstaunlicher ist es, dass Ian Anderson trotz eigener Bedenken, das Projekt abgeschlossen hat: „Die Verzweiflung und die Wut, akzeptieren zu müssen, dass uns das Berufsleben gestohlen wurde, bedeutete zumindest für mich, dass eine neue Albumveröffentlichung kaum der Mühe wert schien, bis wir wieder im Studio zusammenkommen und den Abschluss der letzten Tracks auf traditionelle Weisemachen konnten."
Die Songs des neuen Albums sind Vertonungen biblischer Texte und Geschichten, die Anderson auf seine eigene Weise und mit viel Wortwitz und musikalischem Humor vorträgt ohne jedoch die missionarische Ader eines Neal Morse an den Tag legen zu wollen. Für progressive Songs sind keine Longtracks vertreten, aber dennoch lässt sich die progressive Spielart auch in Dreieinhalbminütern geschickt verpacken und die für Jethro Tull Anhänger folkige Seite kommt nicht zu kurz.
Wenn die Zeit der Konzerte wieder kommen wird, dann wird es mit Sicherheit auch ein fulminantes Wiedersehen mit dem Sängerbarden und seiner Band geben, die dieses musikalisch grandiose Spätwerk gerne einem breiten und treuen Publikum vortragen werden und wollen.
Am 11. Juni letzten Jahres haben die Rock-Legenden KISS ihre neue offizielle Liveserie mit der ersten Veröffentlichung „Off The Soundboard – Tokyo 2001“ eingeläutet. Nun folgt der Nachfolger in Form der Veröffentlichung des nächsten Live-Albums „Off The Soundboard – Live in Virginia Beach“. Es handelt sich dabei um eine Aufnahme ihres Live-Auftritts im Virginia Beach Amphiteatres am 25. Juli 2004. Erhältlich sein wird dieser als Stream, Download, 2-CD-Set, 3-Vinyl-Set in schwarz und als limitierte Ausführung mit grünem Vinyl.
KISS – Off The Soundboard: Live In Virginia Beach
2CD
Disc 1
1. Love Gun
2. Deuce
3. Makin’ Love
4. Lick It Up
5. Christine Sixteen
6. Tears Are Falling
7. She
8. Got To Choose
9. I Love It Loud
10. I Want You
Disc 2
1. Psycho Circus
2. King Of The Night Time World
3. War Machine
4. 100,000 Years
5. Unholy
6. Shout It Out Loud
7. I Was Made For Lovin’ You
8. Detroit Rock City
9. God Gave Rock ‘N’ Roll To You II
10. Rock and Roll All Nite
3LP
Disc 1
1. Love Gun (Side A)
2. Deuce (Side A)
3. Makin’ Love (Side A)
4. Lick It Up (Side A)
5. Christine Sixteen (Side B)
6. Tears Are Falling (Side B)
7.She (Side B)
8. Got To Choose (Side B)
Disc 2
1. I Love It Loud (Side A)
2. I Want You (Side A)
3. Psycho Circus (Side A)
4. King Of The Night Time World (Side B)
5. War Machine (Side B)
6. 100, 000 Years (Side B)
Disc 3
1. Unholy (Side A)
2. Shout It Out Loud (Side A)
3. I Was Made For Lovin’ You (Side A)
4. Detroit Rock City (Side A)
5. God Gave Rock ‘N’ Roll To You II (Side B)
6. Rock And Roll All Nite (Side B)
Der US-Sänger Meat Loaf ist gestorben. Das wird auf seiner offiziellen Facebook-Seite mitgeteilt. Demnach starb der Sänger in der Nacht auf Freitag. Seine Frau und seine Töchter seien bei ihm gewesen. Meat Loaf wurde 74 Jahre alt.
„Es bricht uns das Herz, mitteilen zu müssen, dass der unvergleichliche Meat Loaf heute Nacht mit seiner Frau Deborah an seiner Seite verstorben ist“, heißt es in dem Post. Neben seiner Frau und seinen Töchtern seien demnach auch enge Freunde des Musikers an seiner Seite gewesen.
Zudem wird auf seine „erstaunliche Karriere“ verwiesen, die über sechs Jahrzehnte angedauert habe und in der er weltweit über 100 Millionen Alben verkauft habe. „Bat Out of Hell“ bleibe eines der zehn meistverkauften Alben aller Zeiten. Zudem habe Meat Loaf in über 65 Filmen mitspielt, darunter „Fight Club“, „Focus“, „Rocky Horror Picture Show“ und „Wayne‘s World“.
2020. 2021. Corona und kein Ende. Clubs und Tanzflächen sind leer gefegt. Das Wochenende vom Virus entzaubert und das Saturday Night Fever verschwunden. Konzerte, Clubs und Party klingen wie Vokabeln aus einer anderen Zeit. Und genau jetzt kommt SILVERSHARK mit einem eleganten Hüftschwung angeschwommen und legt ein Album hin, das glitzert wie eine Discokugel und das Wochenende feiert.
Steve Burner ludt seine Freunde in Studio von Richard Behrens (Kadavar Live Mixer) und alle kamen. Von Coogans Bluff bis Elder, von S.U.G.A.R., Heat, Wucan bis Vug sind alle leicht zu überzeugen gewesen. Das Cover-Foto wird von Kadavars Lupus Lindemann geschossen. Es wird gefeiert, getanzt, geschrieben, gespielt und Soul, Funk, Yacht Rock und 70er Disco Sounds zum Leben erweckt.
Zehn Songs später scheint sich das Album wie ein verlorener Schatz in die Vinyl Sammlung zwischen Kool & The Gang, Funkadelic, BeeGees, Sly & The Family Stone, Chic oder den Temptations einzufügen.
Mehr Retro geht kaum und mehr Tanz- und Feierfreude auch nicht. Die zehn Songs grooven wie Sau und ruhig sitzen bleiben ist hier definitiv nicht möglich. Hier beweisen die härtesten (Retro-)Rocker, dass sie überaus tanzbare Musik machen können und wollten. So wie in 2020 Horisont die 1970er mit ihrem ELO-Sound die Fangemeinde beglückt haben, so wird dieses Album mit einem coolen Hüftschwung gefeiert.
2013 startete Mean To You als klassisches Alternative-Set in Luxemburg. Mittlerweile führt Mulles, Bassist, das Projekt als Ein-Mann-Show mit Gastmusikern fort.
An der musikalischen Ausrichtung im Alternative Rockbereich hat sich nichts verändert. Vielleicht sind ein paar härtere Einsprengsel vernehmbar, was die musikalische Herkunft von Mulles (Miles To Perdition und Hybridism) nicht außer Acht lässt und auch seine Gastspiele in Progressive Rock Bands lassen sich nicht gänzlich verbergen. Mulles bringt als Vollblutmusiker alles ein, was ihn in seiner vielfältigen musikalischen Ausrichtung ausmacht.
Die EP „Strong“ enthält 6 groovige gitarren- und bassorientierte alternative Rock/Metal-Songs, die in den letzten Monaten aufgenommen wurden. Während der Sänger von eher alternativen Rock-Strophen zu voll geschrieenen Parts wechselt, fügen die energischen Drums dem Album moderne Dynamik hinzu. Es gibt keine von Natur aus sanften Tracks, aber alle angetrieben von dem Konzept und den Texten über das Hinfallen oder Scheitern im Leben, aber wieder aufstehen und für seine Ziele kämpfen.
„Ich bin jetzt mehr als glücklich, dass „Strong“ veröffentlicht wurde und ich die Gelegenheit hatte, mit drei großartigen Musikern aus ganz Europa (Ukraine, Großbritannien und Frankreich) zusammenzuarbeiten und Unterstützung von ihnen zu bekommen, um dieses ganze Ding fertig zu stellen . Die letzten Bassparts habe ich in Brüssel im bekannten JetStudio aufgenommen, was mir eine große Freude war.“
FORMS OF FEAR (FOF), das Soloprojekt des rebelsoul Frontmannes Tom Nothof, feierte im Dezember 2021 Premiere.
Mit THE EVERLASTING PAIN: AGONY / SOLACEMENT geht in diesem Monat die erste Single an den Start. Der Song entstand in Zusammenarbeit mit dem bekannten Gitarristen und Produzenten Uwe Jolly.
FORMS OF FEAR geht andere Wege, verbindet elektronische und handgemachte Musik und steckt voller dunkler Emotionen. THE EVERLASTING PAIN: AGONY/ SOLACEMENT ist auf allen gängigen Plattformen erhältlich und wird über Parrandera Records veröffentlicht.
Der stark autobiografische Text hat Tiefgang und lässt nur in Ansätzen vermuten, wie es Schmerzpatienten gehen mag. Allerdings lässt die musikalische Untermalung des Textes genau erahnen, wie es dem Protagonisten geht.
Tom Nothof lässt zusammen mit Uwe Jolly einen Alternativekracher zum Jahresende 2021 los und steht den großen Produktionen im Alternative-Bereich in nichts nach.
Die Ankündigung von FOF, dass es in unregelmäßigen Abständen Songveröffentlichungen geben wird, nährt die Hoffnung auf ein Full-Length-Album und macht ebenfalls Hoffnung, dass es mit rebelsoul ebenfalls weitergehen wird.
EinsEinsEins Zwei ist der Herzschlag der digitalen Globalisierung. Eine Strömung, die sich dem Immergleichen widersetzt. Das Opium für die Gesellschaft, deren Leben aus Einsen und Nullen konstruiert ist. EinsEinsEins haben auf diesem Album ihre Stimme entdeckt. Sie nutzen Pop als Instrument der kritischen Reflexion. Das Album weckt eine obsessive Sehnsucht nach dem Einen, den Zweien. Sie sind nie zu schüchtern, um große Melodien energisch in die Welt zu werfen.
Das Album bewegt sich außerhalb des Konzepts von Genres. Ein Konzept, das von EinsEinsEins bewusst missverstanden wird. Kein Teil gleicht dem anderen und doch ist alles eins. „Graf Zahl“ stellt die Reise vor. Ein Gefühl des Aufbruchs stellt sich ein. „Plastic Love“ bringt „The Model“ ins 21. Jahrhundert. „Gasetagenheizung“ und „Regit Etarak“ sind Tracks, die herausfordern. Passives Zuhören wird unmöglich. „Nachtigall“ und „Nur Fuchs“ lösen Spannungen und packen den Hörer wie Sirenen. Am Ende steht wieder ein Anfang.
EinsEinsEins transportieren die hohe Phase des elektronischen Krautrocks wie man ihn von Rheingold, Michael Rother, Kraftwerk, Neu! und La Düsseldorf kennt ins Hier und Jetzt. Für Kenner des Genres hört sich vieles vertraut an und strotzt trotzdem vor Aktualität wie man sie eingangs des neuen Jahrtausends von 'von Spar' kannte. Tonzonen Records haben es wieder einmal geschafft eine Band auf zu tun, die "alte" Musik in neue Gewänder hüllt und diese somit für für die Nachwelt zu konservieren.
Ein Zitat aus dem Pressetext:
"Nach der Zerstörung ihres Planeten ĬİĨ durch Ausbeutung der Ressourcen und Kriege fanden Einseinseins nach langer Reise auf dem blauen Planeten Erde Zuflucht. Dort lebten sie jahrelang im Verborgenen unter der Erde und nahmen das Aussehen, die Bräuche und Eigenheiten der Erdbewohner an. Sie entdeckten jedoch bald, dass unzählige Störungen – verursacht durch menschliche Aktivitäten – das Gleichgewicht der Erde bedrohen. Deshalb nutzen Einseinseins das Medium Musik, um ihre kosmischen Klänge bis in die Weiten des Universums zu senden und Kontakt mit möglichen Überlebenden ihres Heimatplaneten aufzunehmen. Ihre codierten Schallwellen dienen dazu, menschliches Verhalten zu ändern, um eine drohende Apokalypse abzuwenden. Sie bringen Frieden!"
Das französische Boutique-Label Bigoût Records wird am 21. Januar die neue LP des französischen Punk/Noise-Rock-Kraftpakets SALO mit dem Titel From Melmac With Hate veröffentlichen!
Salo ist ein Trio aus Lyons zwielichtiger Schattenseite: Es ist der befriedigende Schmutz in den Mundwinkeln und der leere Blick, der mit einer Fülle schlafloser Nächte einhergeht.
Und so wie die Band sich ankündigt ist auch ihr Debütalbum ausgefallen: roh, ungeschliffen, voller Wut und Energie. So iwe man es sich von einem Noise-Punk-Album wünscht. Die erste Hälfte des Albums geht punkig, schnell nach vorne, mit den drei längsten Songs in der Mitte des Albums wird das Tempo zugunsten des Lärms etwas rausgenommen um dann mit den letzten vier Songs nochmal so richtig durchzustarten.
Zwischen der Blitzgeschwindigkeit von hochklassigem Garagen-Noise-Rock und einer viszeralen Punk-Attitüde schwankend, legt Salo mit seinem neuen Album „From Melmac With Hate“ nicht ohne Klasse und Erfolg ein großartiges Debütalbum vor.
Im großen Spiel der Einflüsse kommen einem, obwohl perfekt assimiliert, das Flair von Thee Oh Sees, die Aggressivität von Metz und die Kneipentour-Prahlerei von The Fall in den Sinn.
Mit seinen jüngsten Singles "Haven’t Been Doing So Well" und "Miranda" hat Frank Turner wieder einmal gezeigt, was seinen Ansatz als Musiker so einzigartig macht: Der Brite, der kurz vor Silvester seinen 40. feiern konnte, nimmt komplexe Gefühle und schwierige, sehr persönliche Themen – und verwandelt sie in eingängige, ganz klar lebensbejahende Songs. Während sonst eigene Erfahrungen und Geständnisse zumeist den Kern der Stücke bilden, widmet er seine neueste Single einem verstorbenen Wegbegleiter: Mit „A Wave Across A Bay“ verneigt sich Turner vor seinem langjährigen Freund Scott Hutchison von Frightened Rabbit, der sich 2018 das Leben nahm.
„A Wave Across A Bay“ beginnt mit Franks Beschreibung einer letzten Begegnung der zwei Freunde im Jenseits – worin schon eine gewisse Ironie steckt, wenn man bedenkt, dass keiner der beiden ein solches Zusammentreffen für möglich hält (bzw. gehalten hätte), „schließlich sind wir beide Atheisten.“ Danach entwirft der Engländer ein bewegendes Bild von den letzten Momenten im Leben seines Freunds, in denen dieser endlich auch jenen Frieden findet, den er zuvor so lange vergeblich gesucht hatte. Trotz des Schmerzes findet sich Frank Turner schließlich mit Scotts Entscheidung ab und kann sie akzeptieren.
Mit einem langsam brennenden, introspektiven Sound sind Echotide ein australisches cinematisches Trio mit einem dynamischen Song-Ansatz, der von zartem und minimalistischem Ambient bis zu einer allumfassenden Klangwand reicht.
Die Band wurde ursprünglich als Nebenprojekt von Mitgliedern der Progressive-Metal-Band Arcane, dem Gitarristen Michael Gagen und dem Keyboarder Matthew Martin gegründet. Zur ursprünglichen Besetzung gehörte der ursprüngliche Drummer von Caligula’s Horse, Geoff Irish, der 2012 auf dem Debütalbum der Band 'As Our Floodlights Gave To Dawn' zu hören war.
Der Albumtitel ist bezeichnend für die musikalische Bandbreite, die die Australier hier vorweisen. Die sieben Songs weisen eine dystopische Färbung aus und strahlen doch eine große Hoffnung aus. Sie entführen den Hörer auf eine Reise, die in der Nacht beginnt und in den Morgen führt. Für Fans des getragenen, ruhigen, cinematischen Post-Rocks ist dieses Album ein Schmanckerl, das nun endlich wieder auf der musikalischen Oberfläche erscheint.
Die Band zum Album:
"Das Schreiben von Into The Half Light kam am Ende einer Zeit der Turbulenzen und Unsicherheit, dem Verlust unseres ersten Schlagzeugers, der Auflösung anderer Bands, an denen wir beteiligt waren, und unserem Wunsch, etwas Älteres, Weiseres und Bewussteres zu schreiben. Wo „Floodlights …“ ein geliebtes erstes Kind ist, ist "Into The Half Light" das helle, das, von dem ich hoffe, in 20 Jahren immer mehr Menschen es finden und sich mit ihm verbinden.“
Diese Gelegenheit bietet die Band den Menschen nun mit diesem Re-Release.
Abgesehen davon, dass er eines der Gründungsmitglieder, Leadgitarrist, Produzent und Hauptsongwriter einer der erfolgreichsten Prog-Bands Norwegens, AIRBAG, ist, entwickelt sich BJORN RIIS auch zu einem produktiven Solokünstler, wobei sein viertes Album am 8. April bei Karisma Records veröffentlicht wird.
Das Album mit dem Titel „Everything To Everyone“ enthält sechs epische neue Tracks, die sich mit menschlichen Emotionen und der Angst, sich selbst zu verlieren, befassen.
„Als ich anfing zu schreiben, wurde ich von Dantes Inferno inspiriert. Vielleicht ein bisschen prätentiös, aber ich war schon immer fasziniert von dieser sehr persönlichen Reise und der Suche nach einer Art Stück oder Erlösung, während ich auf dem Weg sowohl betreut als auch verletzt wurde . Musikalisch wollte ich den Zuhörer auf diese Reise mitnehmen, auf der er sowohl Hoffnung als auch Angst erlebt.“
Karisma Records plant, Everything To Everyone in vier verschiedenen Versionen zu veröffentlichen. Neben der normalen LP-Version wird das Vinyl-Format auch als Limited Edition White/Black Splatter LP erhältlich sein, während das CD-Format sowohl als Standard-CD als auch als Limited Edition Digi Sleeve-Version erhältlich sein wird, die zwei Bonustracks enthalten wird, die eine alternative Version des Titeltracks umfassen, und die eigenständige digitale Single Desolate Place aus dem Jahr 2020".
Tracklist
1. Run
2. Lay Me Down
3. The Siren
4. Every Second Every Hour
5. Descending
6. Everything To Everyone
Ltd Digisleeve CD bonus tracks:
7. Everything To Everyone (Alternate version)
8. Desolate Place
Underoath ist seit fast zwei Jahrzehnten eine wegweisende Stimme im progressiven Heavy Rock. Wenn man sich die lange Liste ihrer Zeitgenossen ansieht, können es nur wenige mit der Band aufnehmen, wenn es darum geht, konsequent an die Grenzen zu gehen oder sich kreativ weiterzuentwickeln, ohne das aus den Augen zu verlieren, was sie ursprünglich so besonders gemacht hat. Diese Verpflichtung, niemals in einem „Rinse and Repeat“-Zyklus stecken zu bleiben, wie Sänger/Schlagzeuger Aaron Gillespie es ausdrückt, hat der Band zwei goldene Schallplatten, drei Grammy-Nominierungen und eine ausverkaufte Arena-Show in ihrer Heimatstadt Tampa eingebracht. Auf Voyeurist, ihrem siebten Album in voller Länge (und zweites mit Fearless Records), hat Underoath erneut Brillanz darin gefunden, die Grenze zwischen Neuerfindung und den grundlegenden Elementen des Projekts zu überschreiten.
Die An- und Schlagzahl der Metalcore-Releases ist enorm hoch in den letzten Monaten und vieles hört sich ähnlich an. Das Underoath-Release zum Beginn dieses Jahres ist hier eine angenehme Überraschung. Es ist einen ticken härter als viele ihrer Konkurrenten, lässt die bekannten Stilmittel nicht außer Acht und bringt immer wieder neuen Drive in dieses viel gehörte Genre.
Die Geschichte von Voyeurist lässt sich bis zum von der Kritik gefeierten Livestream-Event der Band im Jahr 2020, Underoath: Observatory, zurückverfolgen. Als eine globale Pandemie das Fundament der Musikindustrie erschütterte, beschritt die Band mit dieser einzigartigen Erfahrung einen neuen Weg nach vorne. In einer Zeit, in der das Interesse am digitalen Konsum von Live-Musik nachließ, hauchte die Band dem Reich mit einer kompletten Überarbeitung des Prozesses neues Leben ein und schuf etwas zu gleichen Teilen Intimes und Monumentales. Es trug das Gewicht einer ausverkauften Arena-Show, die durch Gefäße übersetzt wurde, die im Wohnzimmer eines Fans konsumierbar waren. Umso wirkungsvoller war die Tatsache, dass die gesamte Initiative weitgehend von der Band und ihrem Team erdacht und verwirklicht wurde. Der Erfolg von Observatory gab Underoath das Selbstvertrauen, ihre nächste Platte zum ersten Mal in ihrer Karriere selbst zu produzieren.
Konzeptionell war Underoath in der Lage, etwas zu zaubern, das sowohl persönlich für ihre eigenen Erfahrungen als auch universell auf die jedes einzelnen Zuhörers übersetzbar ist. Es hat mehrere miteinander verbundene Bedeutungen, die jeweils auf das Konzept zurückgehen, wie wir uns über soziale Medien kuratieren und wie diese Fassade viel von dem maskiert, was wir tatsächlich im Leben erleben. Bei Voyeurist geht es darum, die Tatsache anzunehmen, dass das Bestehen im digitalen Zeitalter bedeutet, dass wir immer beobachtet werden, aber das Konzept soll personalisiert sein. Es wurde so gestaltet, dass jeder Zuhörer seine eigene Bedeutung zieht und sich diese Interpretation bei späteren Hörvorgängen weiterentwickelt.
Das französische Boutique-Label Bigoût Records wird am 21. Januar die neue LP des französischen Punk/Noise-Rock-Kraftpakets SALO mit dem Titel From Melmac With Hate veröffentlichen!
Das noisy Trio SALO teilt heute einen neuen Song mit dem Titel Dick Hunter:
Kryptograf sind zurück mit ihrem zweiten Album The Eldorado Spell, das am 25. Februar bei Apollon Records veröffentlicht wird.
Old-School-Heaviness aus Bergen, Norwegen - und dieses Mal wurde die Heaviness noch mehr aufgedreht!
Nach dem Erfolg ihres selbstbetitelten Debütalbums aus dem Jahr 2020 führt Kryptografs zweites Album mit dem Titel The Eldorado Spell alles noch weiter zurück in die 70er Jahre.
Schon beim ersten Riff auf dem ersten Song ihres allerersten Albums war klar: MASS WORSHIP waren direkt voll da, absolut einzigartig und großartig destruktiv. Wie ein unaufhaltsamer, formwandelnder Bulldozer aus dem skandinavischen Schatten hervortretend, haben sie sich schnell zu einer der am meisten gelobten und am meisten diskutierten Bands im Metal-Underground entwickelt.
Nun erscheint am 4. Februar ihr neues Album Portal Tombs über Century Media Records.
Psychedelischer Bluesrock trifft auf Soul.
Tonzonen Records gibt die Veröffentlichung des neuen Albums von Sound Of Smoke mit dem Titel Tales für den 18. Februar bekannt.
Ein magischer Mix aus Heavy und Soft, Okkultem und Nebligen, gepaart mit einer intensiven Live-Show, entführt Dich auf eine Reise tief ins Land des Geistes, der Wildnis und der Freude. Spürt die Energie und lasst Euch von ihr weit tragen. Genießt das Geräusch des Rauchs!
Post/ Math-Rock Quartet ENDLESS DIVE veröffentlicht im Februar neues Album A Brief History Of A Kind Human.
Endless Dive ist eine Instrumentalband mit Sitz in Brüssel und Tournai. Beeinflusst von Post-Rock, elektronischer und Hardcore-Musik liefert die Band einen dynamischen Sound, der zwischen Ambient und druckvollen Riffs oszilliert und Dich mit auf eine musikalische Reise nimmt.
Mehr denn je geht es beim neuen Album A Brief History Of A Kind Human darum, einen Teil unseres Lebens zu teilen, einen Vorgeschmack darauf, wie wir uns fühlen, eine kurze Geschichte einiger netter Menschen.
Das Album könnt Ihr HIER vorbestellen.
"Haben Sie schon einmal einen Mann gesehen, der durch die Glocke seines Saxophons schreit, verstärkt um 5000 Watt? Diese Band muss man gesehen haben."
Das australische Avantgarde-Rock-Quartett Pirate hat angekündigt, dass es sein 2009er Debütalbum Left Of Mind im Rahmen der 10-jährigen Jubiläumsreihe von Bird's Robe Records erneut veröffentlichen wird.
Das Debütalbum Left Of Mind ist der Nachfolger ihrer von der Kritik gefeierten selbstbetitelten EP von 2009 und ihres 2007er Demos, die in Sydneys Underground weit verbreitet waren - sogar in die Hände von Adrian Belew (King Crimson) und Billy Rymer (Dillinger Escape) gelangten Planen).
Das Debüt ist eine deutliche Weiterentwicklung für die Gruppe, mit ihrem ersten Einsatz von melodischem Gesang, zurückhaltendem und hypnotisierendem experimentellem Pop und vielschichtigen Klanglandschaften, wobei Tracks wie „In The Balance“, „Animals Cannibals“ und „Finish“ neue Wege gehen.
Fans von Pirates frenetischem technischem Groove-Rock werden immer noch beeindruckt sein - Tracks wie 'Rough Shuffle', 'Time Minus Five' und 'Left Of Mind' beweisen, dass sie zu Recht zu den leidenschaftlichsten und aufregendsten der Progrock-Szene Australiens gehören.
Live auf der Bühne glänzte die Band jedoch am hellsten, indem sie wild konstruierte Riffs mit epischen Improvisationskünsten und einem entschlossenen Fokus auf Experimente mischte.
Hier wird wild gemixt: Progressive Rock, Progressive Metal, Jazz, Fusion, Art Pop, Alternative. Bei diesem wilden Stilmix bleibt kein Auge bzw. Ohr trocken und die Liebhaber exzentrischer Musik werden hier defitiv fündig.
Elvis Costello & The Imposters veröffentlichen "The Boy Named If", ein neues Album, welches mit der Veröffentlichung der rockigen Single-Auskopplung „Magnificent Hurt“ angekündigt wurde.
Das Album wurde von Sebastian Krys und Elvis Costello produziert und ist eine Sammlung aus 13 Schnappschüssen, "die uns von den letzten Tagen einer verwirrten Kindheit bis zu dem demütigenden Moment führen, in dem einem gesagt wird, man solle aufhören, sich wie ein Kind zu benehmen", wie Costello es beschreibt.
Elvis Costello hat in seiner beeindruckenden Karriere mehr als dreißig Alben in verschiedensten Musikrichtungen von Pop- und Rock & Roll veröffentlicht. Den internationalen Durchbruch schaffte er schon 1977 mit seinem Debüt-Album „My Aim Is True“: Nachdem es auf Platz #14 der britischen Albumcharts kletterte erreichte es auch in den Staaten Platz #32 und wurde zum Millionenseller.
Nun, mehr als 40 Jahre später, können sich Fans ein weiteres Mal auf neue Musik des Superstars freuen. „The Boy Named If“ entstand in Kollaboration mit The Imposters, mit denen Costello bereits vier erfolgreiche Alben veröffentlichte, zuletzt „Look Now“ (2018).
Es gibt Künstler wie Frank Zappa, Joe Jackson und dazu gehört auch Elvis Costello, die dem Namen nach vielen geläufig sind, die auch bei einigen direkt mit einem Titel in Verbindung gebracht werden, es aber nie zu wirklichem Ruhm gebracht haben.
Elvis Costello hat mit seinen zahlreichen Auskopplungen und weitreichenden Ausflügen in diverse Musiksparten einen wesentlichen Einfluß auf die heutige intelligente Pop und Rockmusik genommen.
Um so schöner ist es, wenn immer wieder zeitlose Musik von ihm (hier mit der Band The Imposters) erscheint: es klingt vertraut, doch immer wieder neu, unaufgeregt und doch irgendwie immer wieder rebellisch.
Aufgrund der Corona-Lage im November konnte ich persönlich leider nicht beim Gloomaar Festival 2021 dabei sein. Dafür darf ich den Support meiner Freunde von Betreutes Proggen und hier insbesondere von Klaus Reckert in Anspruch nehmen und deren Konzertbericht auf meiner Seite veröffentlichen. Vielen Dank für die Unterstützung!
Und es hat erneut geglOOwt. Und die Neue Gebläsehalle hat woeder geglüht. Fick Dich einfach, Corona! Die letztjährig von Dir verhinderte Ausgabe vom Gloomaar war trotz der von Dir angerichteten miesen Pandemie auch 2021 wieder eines der tollsten Festivals, das man sich zumindest in den uns interessierenden Genres überhaupt geben kann.
Seuchenbedingte Unterschiede waren aber dennoch natürlich allenthalben unübersehbar: Wie z.B. der souverän-freundlich und zügig vollzogene Impfstatus-Check am Einlass. Außerdem war gerade zu Beginn des traditionell um 16:30 Uhr startenden Treibens die Halle leider noch etwas dünner besiedelt als 2018 und 2019. Und auch ganz persönlich vermisste man halt etliche sonst immer freudig registrierte Gesichter im Publikum.
Als nächstes schlug wieder zu, was man – strunzsubjektiv, wie dies’ alles hier – das “Gloomaar First & Second Band Syndrome” nennen könnte. Entweder man verpasst sie dämlicherweise (Flares, 2018). Oder die Band krempelt sich just zum Auftrittszeitpunkt einmal komplett auf links (Noorvik, 2019). Oder man hat noch nie von ihr gehört, verliebt sich aber spontan heftig (There’s A Light, 2019). Oder man fuhr immer schon und fährt auch vor Ort dermaßen auf sie ab, dass man danach eigentlich gar keine weitere Musik auf dem Festival mehr braucht bzw. will bzw. ertragen möchte (Soup, 2018). Naja, sämtlich Luxus-Probleme, zugegeben.

Die deutsch-belgische Formation Cataya hatte ebenfalls Probleme. Aber völlig andere.

Seit einem Slayer-Auftritt in Wacken, bei dem diese Dösbaddel weite Teile des Konzerts mit dem Rücken zum Publikum spielend oder miteinander debattierend verbrachten, hat unsereiner keine Band-Performance mehr gesehen, bei dem man als Zuschauer so sehr das Gefühl vermittelt bekam, eigentlich doch sehr zu stören.
Das ging schon beim Bühnen-Layout los – zentral platziert war eine Leinwand zum Projizieren der Visuals, mittig auf einem Podest davor sah man im Profil, wie Keyboarder und Drummer maximal sich gegenseitig und sonst gar nichts fixierten.

Sternförmig drum herum waren die drei Gitarristen und der Bassist mit Blickrichtung auf das Podest aufgestellt. Und vermieden dabei konsequent jeden Blickkontakt mit dem Publikum. Das sogar so konsequent ignoriert wurde, dass es auch keine Ansagen, Danksagungen oder Fuck-Yous gab. Einfach nüschte.

Positiv betrachtet ergab dies immerhin maximale Aufmerksamkeit für die in der Tat teilweise recht sehenswerten filmischen Einspielungen – u.a. 60er Jahre Hollywood- und Tier- und Natur-Filme mit besonderer Berücksichtigung ausbrechender Vulkane. Was vermutlich die Gefühlswelt der Musiker verbildlichen sollte.

Wer daran entweder nichts finden konnte oder gar bockig darauf beharrte, doch eigentlich nicht in Cannes, sondern in Neunkirchen auf einem Konzert zu sein, einem Festival gar, der fühlte sich möglicherweise doch etwas vor den Kopf gestoßen.

Negativ betrachtet ergab es halt einen extrem hohen “Ich bin mal Bier holen”-Faktor – und das relativ früh am Tag. Auf der anderen Seite gibt es wirklich Schlimmeres.

Wir haben im kühnen Selbstversuch hernach noch mal die Probe aufs Exempel gemacht. Und siehe da: Material der Band wie die vorläufig noch aktuellste EP “Firn” von 2018 wirkt von Konserve (erneut sehr subjektiv) tatsächlich sehr viel positiver und cineastischer als es das auf der Gloomaar-Bühne tat. Vielleicht einfach aufgrund der dort gründlich düpierten Erwartungshaltung?

Und vielleicht auch wegen des so noch nie in der Gebläsehalle erlebten Sounds. Der war nicht zu laut und auch nicht per se schlecht, aber monolithisch, blockig. Es war kaum möglich, Instrumente zu unterscheiden. Und da die Tonmeister in der Halle zumindest bei diesen Festivals in Neunkirchen bislang noch jedes Mal bewiesen haben, wie sehr sie ihr Handwerk verstehen, liegt die Vermutung nicht fern, dass das von der Band auch genau so gewollt war.

Obwohl wie gesagt gleich drei Gitarristen und ein Keyboarder am Start waren, kamen dennoch zusätzlich Loops zum Einsatz, was die Soundwand zusätzlich verdichtete.
Und obschon es weder Augenkontakt mit dem Publikum gab (oder wenigstens das Eingeständnis, dass eines da war), wurde dieser ganze Ausbund an “Stage Acting” auch noch gefilmt – sowohl von vor wie auf der Bühne. Auf das Ergebnis dieses “Konzertfilms” sind wir natürlich arg gespannt.
Setlist Cataya:
1. New Track
2. Madera Sagrada
3. Ausblick
4. New Track

Ein Soundcheck vor Publikum ist ja normalerweise genau die Situation, wo hochkonzentriert auf das eigentliche Ereignis hinarbeitende Musiker das Publikum gerne schon mal ausblenden. Das nun aufbauende, einstöpselnde und testende schwedische Trio um Gitarrist Johan G. Winther hingegen nahm beim bereits sehr ästhetisch klingenden Linecheck mehr und freundlicher Notiz vom Publikum als Cataya bei ihrem gesamten Auftritt…

Als der Gig dann tatsächlich startete, mit teils bratzelig-verzerrtem, aber ungemein melodischem Akkord-Spiel von Bassist Kenneth Jansson eingeleitet, da war es – sorry Cataya – ein bisschen so, als würde das Festival überhaupt jetzt erst beginnen. Und das mit Macht.




Johan wechselt auf seiner Les Paul sekundenschnell zwischen filigranem Post-Rock-Geflirre zu ultrafetten Fuzz-Power-Chords.



Die drei Musiker waren ganz offensichtlich überglücklich, wieder auf Tour zu sein (seit Anfang jener Woche, gemeinsam mit LLNN, siehe auchz ein Stückchen weiter unten). Und feierten das inzwischen deutlich kopfstärkere Publikum mindestens ebenso wie wir das umgekehrt taten.



Neben der Saitenartistik von Johan und Kenneth sowie dem souveränen Abrufen diverser Samples via zweier ehrfurchtgebietender Pedalboards machte auch Schlagzeuger Markku Hildén eine ausgesprochen gute Figur bei diesem ersten Festival-Highlight.
Setlist Barrens:
1. Antumbra
2. Atomos
3. Oracle Bones
4. New Track
5. New Soundscapes
6. Shifter
7. The Passing
8 Arc Eye



Die apokalyptischen Label-Kollegen (bei Pelagic Records) von LLNN rannten nach dieser leidenschaftlichen Aufwärmübung nach wieder einmal sagenhaft kurzer Umbaupause natürlich bereits weit offenstehende Türen ein.



Ob es daran lag, dass hier erstmals gesungen bzw. gekreischt wurde?
Der Autor selbst fand den Auftritt der Dänen gut, aber nicht ganz so begeisternd wie den von Barrens. Konnte aber nicht umhin, die ebenfalls erstmals an diesem Tage vereinzelt auftretenden ekstatischen Tanzeinlagen weiblicher Publikumsmitglieder wahrzunehmen.


Und das war selbstveständlich prächtig anzusehen.

Von der Band selbst schon mit Labels wie “Hardcore”, “Sludge”, “Synth” und “Sci-Fi” beklebt ergab sich fraglos ein abwechslungreicher, munterer und brutaler Mix.
Setlist LLNN:
1. Structures
2. Imperial
3. Interloper
4. Obsidian
5. Vakuum
6. Scion
7. Tethers
8. Desecrator
9. Monolith



Apropos prächtiger Anbick. Bricqueville – diese geheimnisumwobenen Belgier aus Temse waren bei uns ja schon verdient und gebührend gefeiert worden. Da ein Album wie II hierorts immer noch nachgerade kultisch verehrt wird, ergab sich die Sorge (vgl. auch das Cataya-Problem, s.o.), ob diese ganze ekstatische, mystische Post-Doom-Metal-Wucht live überhaupt reproduzierbar sein kann. Und vor Ort sein würde.



Sekunden nach Auftrittsbeginn eine Sorge weniger. Und ein Lieblingskonzert des ganzen Jahres mehr!


Während sich draußen die Welt gezwungenermaßen (und der Not gehorchend m.E. auch vernünftigerweise) maskiert, erscheint diese Band gleich mal komplett in Mönchskutte und Vogelschnabel-Maske gewandet. Was zumindest beim Autor Erinnerungen an Darstellungen der Pest in Wissenschaft, Literatur und Malerei heraufbeschwor – wie passend…
(Übrigens, so hat das schon 2017 live ausgesehen).

Wie auch immer, endzeitliche Songmonster wie Akte XII gewinnen vor dem Hintergrund des aktuellen Zeitgeschehens natürlich einen quälenden, aber akkuraten Zeitbezug.
Aber statt zu irritieren, machte das die Musik der von Stück zu Stück intensiver aufspielenden Vermummten nur umso begeisternder.

Gleichzeitig so majestätisch, megaböse, heavy und melodisch, was u.a. die beiden Gitarristen da an Twin Leads auf u.a. einer Gibson SG veranstalten…
Setlist Briqueville:
1. Akte VIII
2. Akte IX
3. Akte XI
4. Akte XII
5. Akte VI
6. Akte VII (closing section)

Dieser Mix aus einer Heavy Metal-Show und Theater ist möglicherweise eine der aktuell faszinierendsten Live-Darbietungen, die uns da geboten wurde. Gefolgt von…


… und damit der von Floh und mir und zumindest allen Freunden und Bekannten, mit denen ich vor Ort gesprochen habe, noch am wenigsten nachvollziehbaren Buchung beim Gloomaar ’21. But what the heck – Jahr für Jahr wird man hier für wirklich kleines Geld stets mit Monster-Material (sowie bestem Sound und meist exzellentem Licht bedient). Mal sind die Bands bekannter, mal überhaupt nicht. Dann passt das hier auch schon. Auch wenn sich wirklich nach kurzer Zeit ausnahmslos alle anwesenden Kumpels und sonstigen Bekannten und Ansprechpartner während dieses Gigs alsbald außerhalb der Halle einfanden.




Letzlich bleiben solche Reaktionen natürlich krass ungerecht. Es ist anzunehmen, dass man bei einem Vollsortimenter-Festival wie Rock am Ring überglücklich wäre, zwischen der ganzen dort gebotenen Kaspermucke auch mal so etwas wie Sylvaine zu erhaschen.



Verabreicht wurde jedenfalls sowas Ähnliches wie Post Rock mit barfuß zelebrierter Sirenengesang und kompetent bedienter Fender Jazzmaster. Aber zum Rest vom Billing schien es (zumindest uns) einfach nicht so recht zu passen.
Setlist Sylvaine:
1. Atoms Aligned, Coming Undone
2. A Ghost Trapped in Limbo
3. Abeyance
4. Earthbound
5. Delusions
6. Mørklagt


Mit einem Sound wie zum Diamantschneiden meldeten sich kurz vor 23 Uhr die Headliner nicht nur dieses Festivals zu Wort. Bislang war es mit dem Gesang auf dieser Bühne ja noch recht überschaubar geblieben. Vielleicht lag es ja daran, dass Loïc Rossetti auf ihr stolzierte wie ein König. Der er ja vergleichsweise ja auch durchaus ist. Unter den Sängern, versteht sich.




Bei den anderen Bands des Festivals gibt es nicht annähernd, was er zu bieten hat – soll es aber natürlich teils auch gar nicht geben. Und auch ab davon dürfte es schwer fallen, Vokalisten mit einem derartig fesselnd gemischten Vortrag aus wunderbar melodischem und bestialisch verzerrtem Gesang zu finden – u.a. weil es bei Mikael Å. so relativ selten geworden ist.



Genau das elektrisiert die Halle auch so, dass der Kolleg sich binnen kurzem – natürlich munter weiter singend – auf eine Runde Stage Diving verlegen konnte (das wäre bei allen Vorbands aufgrund zu geringer Bevölkerungsdichte direkt am Bühnenrand wohl böse schief gegangen). Kurz danach sanft auf die Bühne zurückgereicht, sang Loïc völlig ungerührt weiter.







Meinereiner hat The Ocean schon diverse Male live erlebt. Es war jedes Mal phantastisch. Aber nie derartig entfesselt und begeisternd wie hier.
Setlist The Ocean:
1. Triassic
2. Mesopelagic: Into The Uncanny
3. Miocene / Pliocene
4. Calymmian: Lake Disappointment
5. Oligocene
6. Permian: The Great Dying
7. Holocene
8. Pleistocene
9. Cryogenian
10. Cambrian II: Eternal Recurrence
11. Silurian: Age Of Sea Scorpions
12. Firmament

Das Beste zum Schluss: Falls uns keine fiesen Covidianer-Mutanten in die Suppe spucken, findet das Festival auch kommendes Jahr wieder statt. Und zwar am 19.11.2022. Bereits bestätigter Pracht-Act: We Lost The Sea!