
Drei Jahre sind vergangen, seit Biollante mit ihrem Debütalbum eine Schneise der Verstörung in die Grenzbereiche von Industrial, Noise und Trap Metal schlugen. Damals noch ein Underdog-Release, der über Umwege bei Atypeek Music und dem inzwischen geschlossenen Kultlabel Trepanation Recordings landete, kehrt J’Espère que tu danseras quelque part nun als Redux-Version zurück – und zwar mit ordentlich aufpolierter Gewalt.
Das Projekt Biollante, entstanden aus der kompromisslosen Black-Metal-Formation Non Serviam und der anarchischen Energie der Rap-Crew Gobscrew, klingt auch heute noch wie ein fiebriger Albtraum mit politischer Agenda. Die Themen sind düster wie eh und je: psychische Erkrankungen, Gefängnis, soziale Isolation – alles in französischer Sprache, was der Platte eine zusätzliche Schwere verleiht. Aber jetzt klingt das Ganze noch direkter: Void (u. a. Hiverlucide, Néant) hat die komplette Platte neu abgemischt, Yaref Ben Hazim sorgte fürs Remastering. Und ja – es kracht, scheppert und ballert an allen Ecken und Enden.
Dazu kommen drei Instrumentalversionen, die den Hörer:innen ein bisschen Luft lassen, bevor die Bonusnummer Que le soleil est froid, que la colère est noire die Tür zum politischen Subtext ganz weit aufreißt – geschrieben für einen befreundeten Aktivisten, der nach den Ausschreitungen von Sainte Soline im Koma lag. Keine leichte Kost – aber Biollante wollten nie bequem sein.
Redux-Versionen können schnell nach Recycling klingen – nicht hier. Diese Edition hat eine neue Verpackung, ein Booklet, das sich gewaschen hat, und vor allem: ein ganz neues Gewicht. Der Sound hat mehr Punch, die Emotionen liegen noch roher offen, die Tracks beißen sich fest.
Wenn du also das Original verpasst hast: Hier ist deine Chance, das Biest zu zähmen. Oder dich von ihm fressen zu lassen.
Tourtermine:
Biollante gehen 2025 auch auf Tour – bisher bestätigt:
- 04.04.2025 – Paris (FR), Le Gibus
- 06.04.2025 – Lyon (FR), Le Sonic
- 10.04.2025 – Berlin (DE), Urban Spree
- 12.04.2025 – Köln (DE), AZ Köln
- 14.04.2025 – Antwerpen (BE), Het Bos