Tankard & Support: Ein thrashig-bierbarischer Jahresabschluss

Geschrieben von AMoell
Artist: Tankard (Support: Sublind, Scraper)
Venue: Mergener Hof, Trier
VÖ: 29.12.2022

Zum Jahresabschluss haben die Organisatoren vom Mergener Hof in Trier nochmal so richtig einen rausgehauen und die Feierstimmung auf ein neues Level gehoben. Mit dem Lineup von Tankard mit den beiden Support Bands Sublind aus Luxemburg und Scraper aus NRW gab's zum Jahresende endlich mal wieder eine Sold Out Show.

Sublind

Pünktlich um 20 Uhr betraten die Mannen aus der Region um Luca Tommasi die Bühne und heizten dem schon gut besuchten Kellergewölbe ordentlich ein. Sublind als Opener einzusetzen war genau die richtige Wahl: Thrash Metal im Sinne des Headliners Tankard u. a. mit Themen rund um Bier wie zum Beispiel Cenosillicaphobia (die Angst vor leeren Biergläsern) und genau die treibende Musik, um auch die Gäste, die noch im Innenhof standen, in die Katakomben zu locken. Das Thrash Metal auch mit Dialekt funktioniert beweist der Fünfer zum Beispiel mit Bommeleeër. Ansonsten gint's nur eine Richtung: nach vorne. Nach einer knappen dreiviertel Stunde mussten Sublind die Bühne räumen. Allerdings verabschiedeten sie sich noch mit einem weiteren lëtzeburgischen tankardesken Song vom Publikum: Humpeknupper (stilecht mit einer am Schädel zertrümmerten Bierdose).

Setlist: Bommeleeër / Thrash It! / Comfortably / Highspeed Hangover / Thrashing Delirium / Cenosillicaphobia / Boiling In Blood / Riot / FUAD / Encore: Humpeknupper

Scraper

Das zweite Drittel eröffneten um 21 Uhr die NRW-Metaller von Scraper aus Marl und irgendwie schienen sie einen schwereren Stand zu haben als die trinkfreudigen Luxemburger. Bei einigen kam die Mischung aus klassischem Thrash, Melodic Death Anteilen, vertrackteren proggigen Parts und Hardcore Gesangseinlagen weniger an oder man sammelte Kraft für den Headliner im Innenhof des Mergener Hofs. Nichtsdestotrotz legten sie sich ins Zeug und unterhielten die verbliebenen zwei Drittel der Hörerschaft mit ihrer Mischung aufs Feinste. Bei Cold Resistance konnte man eine gewisse Affinität zu den Metalkollegen von Katatonia und ihrem Werk The Great Cold Distance in Ansätzen erkennen. Nach vierzig Minuten war auch dieser kräftezehrende Part zu Ende und die Rufe nach einer Zugabe blieben wegen des straffen Zeitplans leider ungehört.

Setlist: Incarcerate / Infinite Journey / Hunger within / Cold Resistance / King Of Nightmares / Progenies Of The Void / Epitome Of Devastation / Anatomy Of Devastation / Hunter's March

Tankard

Nach einer weiteren kurzen Umbaupause ertönten die Introklänge für den Headliner Tankard. 40 Jahre nach ihrer Gründung schaffen es die trinkfesten Hessen immer noch die angemieteten Räumlichkeiten bis auf den letzten Platz zu füllen und den ebenso trinkfesten Gästen das Bier wieder aus den Poren zu treiben. 90 Minuten sollten die Fans eskalieren und ihre Ausdünstungen an der Decke des Kellergewölbes verewigen können. Mit 20 Studioalben (inklusive Tankwart-VÖs) konnten die Humpen setlistmäßig aus dem Vollen schöpfen und so fanden sich denn auch die alten Klassiker wie auch Neuveröffentlichungen im Programm. Das Publikum dankte es den Unterhaltungsmonstern mit ordentlichen "Tanz"- und Flugeinlagen und einer Besucherin wurde die Ehre zu Teil mit Gerre ein Tänzchen aufs Bühnenparkett zu legen. Sie wissen halt über den Wert der Kundenbindung Bescheid und spielten diese Karten immer wieder geschickt aus. Das brachte dem Auftritt natürlich auch das gewisse Etwas. Als absoluter Rausschmeißer durfte natürlich Empty Tankard nicht fehlen und so dürfen uns die Alcoholic Thrasher noch lange erhalten bleiben.

Setlist: Rectifier / The Morning After / Rapid Fire / Lockdown Forever / Die With A Beer In Your Hand / Rules For The Fools / Time Warp / We're Coming Back / One Foot In The Grave / Octane Warriors / Chemical Invasion / Ex-Fluencer / A Girl Called Cerveza / Freibier / Encore: Rest In Beer / Encore: Zombie Attack / Encore: Empty Tankard

Ein großes Lob und Dankeschön geht an den Mergener Hof und die Organisatoren raus, die es immer wieder und auch dieses Jahr schaffen  altgediente Recken und Newcomer auf die Bühne zu bringen und so dem ganzen Coverband-Wahnsinn entgegenzutreten und das (Rock)Kulturleben in der Großregion immens zu bereichern. Vielen Dank dafür! Bleibt zu hoffen, dass die Menschen in der Region dies auch weiterhin und noch mehr zu würdigen wissen.

 

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